| 5. | 2021 |
| Jun |
Newsletter # 812
Fußkultur
Am Freitag, Spät-Nachmittag, war es dann offiziell:
"Wegen der am Freitag beginnenden Fußball-Europameisterschaft, für die wir in München 14.000 Zuschauer ins Stadion lassen möchten, öffnen wir vier Tage vorher zur Beruhigung der Gemüter unter anderem auch die Innen-Gastronomie und weitere kulturelle Einrichtungen."
Nein, das war natürlich nicht die (offizielle) Begründung. Was Sie aber vielleicht überlesen haben: Es öffnen nicht die Bars und nicht die Schankwirtschaften.
Das "Vogler" hat zwar eine sogenannte Voll-Konzession (ist also konzessionsrechtlich nicht eingeschränkt) und ist zusätzlich für "regelmäßige Musikdarbietungen" konzessioniert, dürfte theoretisch also ab diesem Montag öffnen, aber, Sie merken schon: Theoretisch. Den Fehler mache ich nicht noch einmal: Zu glauben, meine Konzessionierung reiche für eine Öffnung aus. Weil, Sie erinnern sich, nur "Konzerthäuser, Bühnen (...) und ähnliche Einrichtungen" ab dem 12. Mai öffnen durften. Das "Vogler" aber, ohne Gastronomie-Betrieb, für die "Stadt München" noch nicht einmal den Status einer "ähnlichen Einrichtung" hatte.
Die für mich zuständige Bezirksinspektion schloss am Freitag Ihre Pforten um 12.00 Uhr. Also weit vor Bekanntgabe der neuen Verordnungen. Ich könnte deshalb frühestens diesen Montag klären, ob denn nun sogar das "Vogler" konzessionsrechtlich öffnen dürfte. Frühestens. Ohne eine Bestätigung droht: ein, im letzten Schreiben der "Stadt München" angekündigtes, Ordnungswidrigkeitsverfahren. Und ohne das offizielle "go" kann ich beim besten Willen für nächste Woche nicht seriös planen. Da diesen Freitag noch dazu die Europameisterschaft beginnt und Fußball kombiniert mit warmem Wetter schon immer der größte Unterstützer jeglicher Kultur war, ist mir eine Öffnung, unabhängig davon, ob ich denn jetzt wirklich, wirklich dürfte, ökonomisch leider zu riskant.
Ich hoffe, Sie verstehen, daß ich nicht wieder Musiker buchen möchte, denen ich dann wieder absagen muss. Ich wieder den Betrieb hochfahre, um ihn dann wieder schliessen zu dürfen. Wir werden also, so schwer es mir fällt, noch ein Weilchen aufeinander verzichten müssen. Ich habe jetzt, auch dank Ihrer Hilfe, so viel geschafft, daß ich die restlichen Tage auch noch irgendwie überleben werde. Sobald es dann aber, mit offiziellem städtischen Segen, bebrieft und besiegelt als "ähnliche Einrichtung", richtig wirklich weitergehen darf und eine Öffnung Sinn macht, melde ich mich wieder. Versprochen.
Aber nicht nur für die "Stadt München" gilt das "Vogler" als "nicht ähnlich den anderen". Ich hatte mich (zu viel Zeit tut einfach nicht gut) zum zweiten Mal nach 2013, für den "Applaus", einen `Spielstättenprogrammpreis´ beworben. Dachte mal, probierste mal. Jeder Euro zusätzlich wäre ja hilfreich. Obwohl ich mir je eigentlich denken konnte, daß ich da keinen Fuß mehr in die Tür bekomme. Am Freitag kam die Mail, "wir (müssen) Ihnen mitteilen, dass Sie mit Ihrer Bewerbung (...) für den APPLAUS 2021 in diesem Jahr nicht unter den Preisträger:innen sind." Ich könnte jetzt wieder meinem Rechtsanwalt einen versiegelten Umschlag mit den zu erwartenden Preisträgern geben, lasse dies aber.
Schwamm drüber Blues. Solange Sie mir die Treue halten, ist mir das alles inzwischen eh so was von wurscht ... :-)
P.S.: Einen schönen Artikel von Ralf Dombrowski, der am Samstag im "Münchner Feuillton" und am heutigen Sonntag als Beilage in der "Welt am Sonntag" erscheint, finden Sie hier (auch hier merken Sie, daß subventionierte Bühnen andere Werbe-Möglichkeiten haben, als nicht subventionierte). Der Artikel ist Balsam auf meine ach, ach, ach soooooooo geschundene Gastronomen-Seele. Schluchz, Heul, Schlund ... :-)
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P.S.: Ein "Gutschein fürs Vogler": Vogler, Commerzbank München, IBAN: DE92700800000318957000 , BIC: DRESDEFF700 oder auch per PayPal. Ich schicke Ihnen dann einen Gutschein zu, einlösbar ab Wiedereröffnung. Bitte E-Mail- und/oder -Adresse nicht vergessen.
Vielen, vielen Dank auch für Ihre Überweisungen an die "Jazzbar-Vogler-Solidar-Gemeinschaft" ("JVS"). Musiker, die nicht mehr weiter wissen, schreiben mir bitte eine E-Mail (nur ich kann diese lesen). Wenn Sie "unseren" Musikern helfen können: Vogler, Postbank München, IBAN: DE39 7001 0080 0890 8858 05 , Verwendungszweck: "JVS - Spende für Musiker". Bitte E-Mail- und/oder -Adresse nicht vergessen.
Vielen, vielen Dank auch für Ihre Spenden! Wer nach der Überweisung noch keinen Gutschein oder "Schenkungsvertrag" (sowohl fürs "Vogler" wie auch an die "JVS") erhalten hat, bitte melden. Dann habe ich entweder Ihre (E-Mail)-Adresse leider nicht oder isch abe jemacht Feeehler ...
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Ich habe mir die "Corona-Warn-App" heruntergeladen und werde mich gegen Covid19 impfen lassen ...
Das "Vogler" ist mit einer Frischluft-Anlage, zwei Luftreinigern (Testsieger bei "Stiftung Warentest"), vier Luftbefeuchtern (Testsieger bei "Stiftung Warentest") und vier zusätzlichen Ventilatoren (ebenfalls Testsieger bei "Stiftung Warentest") ausgestattet - und bietet Ihnen seit 31. Juli 1997 Live-Musik.
