20. 2020
Sep

Newsletter # 788

Z-Brommi

“In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes” hat Andy Warhol 1968 gesagt.

Ungefähr seit 1968 arbeite ich an diesen 15 Minuten, future-mäßig, world-massig, habe die Hoffnung nicht aufgegeben, von einem Z-Promi zu einem Y-Promi aufzusteigen.

Am 26. September wäre es nun eigentlich soweit gewesen. Nein, nicht die 15 Minuten, vielleicht 0,8 Sekunden, aber ein Anfang wäre gemacht, der Aufstieg zu einem Y-einhalb-Promi.

Am Samstag wäre, mal wieder, die Deutschland-Premiere von "Resistance" gewesen, dem Film mit u.a. Jesse Eisenberg, Ed Harris und Matthias Schweighöfer, der sich dem Leben des Pantomimen Marcel Marceau's im 2. Weltkrieg widmet. Der Filmstart wurde auf November verschoben.

Eine Szene, sicher die wichtigste des ganzen Films, wurde im "Vogler" gedreht. Im deutschen Trailer sehen Sie am Anfang des eigentlichen Trailers: Das "Vogler", Jesse Eisenberg als Marcel Marceau auf der Bühne, Karl Markovics als Mareau's Vater im Bühnenraum.

Nein, ich hätte das "Vogler" auch nicht erkannt. Noch nicht. Wurscht. Hauptsache, dass. Und da ich Komparse sein durfte, wird mindestens mein linker Schuh für Bruch-Teil-Sekunden zentrales Element des Film-Erfolges werden.

Ein kleiner Eindruck, wie das "Vogler" bei den Dreharbeiten aussah:

Der Regisseur des Films, Jonathan Jakubowicz, der für "Resistance" den deutschen Filmfriedenspreis 2020 gewonnen hat, liess am Ende der Dreharbeiten noch vier Komparsen, darunter mich, "emotionale Gesichtsausdrücke" in die Kamera spielen: "Please look excited, please lough, please look sad ...".

Die ersten drei Komparsen bewertete er mit: "Excellent", "marvellous", "great" ...

Bei mir sagte er am Ende: Nichts.

Meine Karriere beim Film dürfte geendet haben, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Dann bleibe ich halt Z-Promi. Auch schon egal ... :-)