30. 2017
Jan

TripAdvisor

Das amerikanische Bewertungsportal "TripAdvisor", das ohne Gastronomen und Hoteliers nicht existieren würde, ist für viele eine unverzichtbare "Orientierungs-Hilfe" beim Suchen von "guten" Bars, Hotels, Restaurants etc. geworden. Um so wichtiger ist, gerade in Zeiten der anonymen Bewertungen im Internet, daß Portale wie "TripAdvisor" Unternehmen gegen verleumderische und nachweisbar unwahre Behauptungen in Schutz nehmen. Soweit die Theorie. Ein Beispiel aus der Praxis:

Das Bewertungsportal "TripAdvisor" schrieb mir im November 2016: "Ihr Unternehmenseintrag ("Jazzbar Vogler") ist (...) auf unseren Seiten sanktioniert worden". - Sanktioniert?! - Das "Vogler" verschwand plötzlich auf "TripAdvisor" und tauchte Tage später, trotz hervorragenden Bewertungen, abgeschlagen auf Platz 126 einer völlig anderen Kategorie wieder auf. - Was hatte ich verbrochen?! Es folgt: Eine typische "Vogler"-Geschichte:

Im November 2015 schrieb ein "TripAdvisor-Bewerter" Namens "zorrozwo" folgende 1*-Bewertung: „Sehr schlechtes Essen. Arroganter Chef. Es gibt wenig gute Jazz Clubs in München, aber Vogler braucht keiner. Auch wenn er schon seit 20 Jahren Musiker ausbeutet (...)". Sie wissen: Es gibt überhaupt kein Essen im "Vogler". Und würde ich seit "20 Jahren Musiker ausbeuten", gäbe es schon lange keine Live-Musik mehr im "Vogler".

"zorrozwo" bekam eine Anzeige wegen "Verleumdung". Zur Kenntnis an: Tripadvisor GmbH, c/o Lohrmann & Koll., Herrn Helmut Lohrmann, Breitscheidstrasse 1o, 70174 Stuttgart. "TripAdvisor" löschte nach mehreren Tagen "zorrozwo's" Eintrag. Ein Jahr später aber sanktionierte "TripAdvisor" das "Vogler" und schrieb als Begründung: "Wir weisen (...) darauf hin, dass TripAdvisor jede Bedrohung eines Benutzers (einschließlich Drohungen mit rechtlichen Konsequenzen), (...), als Verletzung unserer Richtlinien erachtet."

Das ist ein echter Persil-Schein. Wenn Gastronomen und Hoteliers verleumdet werden: Wird der Bewerter geschützt. Und: Als Opfer hingestellt. Klassische Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips.

Eine Woche später schrieb "TripAdvisor": "Die Informationen über die Verhängung oder Aufhebung von Sanktionen sind geheim (...). Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass wir mit unserem Popularitätsindex (sic!) eine langfristig wirksame Richtlinie besitzen, mit der Sie in Bezug auf Ihren Eintrag verhängte Sanktionen schrittweise abschwächen können, sofern wir keine weiteren verdächtigen Aktivitäten feststellen."

Inzwischen wurden die Sanktionen wieder aufgehoben. "zorrozwo"?! Wurde nicht sanktioniert. Er durfte sogar eine weitere  Bewertung über das "Vogler" veröffentlichen. Diesmal: 2 Sterne. Wahrscheinlich konnte er nur einmal eine 1-Stern-Bewertung über das "Vogler" abgeben ...

Meiner Meinung nach ist es wichtig, daß sich Hoteliers und Gastronomen wehren. Nur dann können wir erreichen, daß TripAdvisor (und auch die anderen Bewertungsportale) über ihre Richtlinien nachdenken - und langfristig das Opfer schützen und nicht die Täter.

Siehe auch:

"Und raus bist Du" - "Süddeutsche Zeitung" vom 11.01.2017, Leitartikel auf der Titelseite der SZ von Franz Kotteder,

"Wirte gegen Bewertungsportale" im SAT1-Frühstücksfernsehen, 30.1.2017, ein Beitrag von Johann Subklew, 

"Bewertungen im Internet" am Beispiel "Vogler gegen TripAdvisor", ZDF-Drehscheibe, 1.2.2017, (Sendung ist nicht mehr online), ein Beitrag von Julia Viegener,

"Wir in Bayern", Bayerisches Fernsehen, 2.2.2017, Vogler gegen TripAdvisor  (Sendung ist nicht mehr online) oder auch: 

"Jazzbar Vogler vs. TripAdvisor" auf "Mimikama - Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch" von Andre Wolf. "zorrozwo" war zu feige, auch nur eine der Presse-Anfragen zu beantworten und Stellung zu beziehen.

Pia Schratzenstaller ist bei TripAdvisor zuständig für Presse-Anfragen, Susanne nhu Nguyen ist Media Relations Manager Germany, +49 89 1250338 48. TripAdvisor-Adresse: TripAdvisor Deutschland, Oberanger 6, 80331 München.

P.S.: Die Pressesprecherin von TripAdvisor, Frau Pia Schratzenstaller, hat immer wieder behauptet, es gebe "Beweise" dafür, ich hätte den Bewerter "zorrozwo" eingeschüchtert oder gar bedroht. Diese "Beweise" konnte sie nie vorlegen. Damit Sie sich selbst ein Bild machen können: Hier finden Sie den kompletten Schriftverkehr von mir mit "zorrozwo":