13. 2016
Oct

Antisemitismus-Jäger

Im Oktober 2016 geriet das "Vogler" in das Visier von "Antisemitismus-Jägern". Grund: Das "Benefiz-Konzert für Gaza" am 13.10.2016, das ich, nach der Absage durch den ursprünglichen Veranstaltungsort, der evangelischen "Erlöserkirche", übernommen hatte.

Der klassische Konzert-Pianist Michael Leslie spielte Werke von Bach, Beethoven, Schumann und Liszt, der Schauspieler Christian Schneller las zwischen den Musikstücken die 30 Artikel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" (UN 1948) und die Einführungsrede hielt Nirit Sommerfeld. Der Erlös des Abends ging an "Medico International"

Eigentlich alles so, wie auch bei allen anderen Benefiz-Abenden im "Vogler". Mit Musik und guten Worten: Menschen helfen (bei den beiden Abenden für Gaza 2014 konnte ich zum Beispiel 7.010,- Euro an "Ärzte ohne Grenzen" und ihr Team in Gaza überweisen).

Diesmal aber: Eine "Jagd": Es begann mit Tobias Schmitt. Er bewertete das „Vogler“ mit einer 1-Stern-Bewertung (von möglichen 5-Sternen)  auf Facebook. Sein Text: "BDS Laden - Schade dass hier Menschen voller Hass einen Platz für ihre Propaganda bekommen“. Das „Vogler“?! „Hass“?! „Propaganda“?! -  Und: „BDS Laden“. „BDS?!“. Was soll das sein?! Google hilft. Wahrscheinlich meinte er nicht den „Bund Deutscher Sportschützen“, nicht den „Bundesverband der Systemgastronomie“. Wahrscheinlicher: „Bar der Superlative“. Das wird es wohl sein. Aber: Schauen Sie selbst .

Die "Antisemitismus-Jäger" tobten sich auf Facebook weiter gegen mich aus. Aber: Ich war nicht das einzige Ziel. Dem Pfarrer der "Erlöserkirche" z.B. hatte Gabriella Meros per E-Mail (die mir vorliegt) u.a. geschrieben: "Dann können Sie ab jetzt ihre Räume ebenso den Nazis, der NPD vermieten.“ - Was soll das?! - Allein wen sie alles in CC gesetzt hat, fand ich schon mehr als befremdlich ...

Die Münchner Florian Feichtmeier (oder auch: "Florio"), Kai Dorra aus Welzheim, Tobias Wagner und Grischa Judanin waren auf Facebook Beispiele für weitere "Antisemitismus-Jäger" die glauben, Hilfe für die Menschen in Gaza wäre gleichzusetzen mit Antisemitismus. Ich bin Gegenwind gewohnt. Normalerweise kommt er von rechts. Diese für mich neue Form des Windes fand ich allerdings deshalb so irritierend, weil ich, ohne jegliche Reflexion und Recherche, willkürlich in eine Ecke gestellt wurde, in die ich nun wirklich nicht gehöre. Seltsame Strategie.

Einer der für mich besten deutschen Journalisten, Hans Leyendecker, schrieb: „Mir wurde Antisemitismus vorgeworfen, was ungeheuerlich ist. Und je mehr ich mich wehrte, um so heftiger wurden dann die Reaktionen darauf. Ich hatte erst gar nicht verstanden, was da stattfand. Ich dachte, da haben die Leute etwas missverstanden. Bis ich dann merkte, es war eine gelenkte Aktion, die nun tatsächlich auch einschüchtern sollte.“

Lasse ich mich einschüchtern?! Nun wirklich nicht.

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