21. 2018
Jan

Newsletter # 668

Drägs

Nach 20 Jahren werden Sie lamgsam das Gefühl haben, "der kleine dicke Vogler kann mich nicht mehr überraschen, mich nicht". - Sicher?! - Schau ma mal ...

Dass ein langweiliger Heterosexueller wie ich eine Jazzbar aufmacht, ist an sich für einen Hetero nichts ungewöhnliches. Wenn auch vielleicht nicht allzu häufig. Dass ein langweiliger Hetero wie ich sich als Drag-Queen verkleidet, ist vielleicht dann doch eher ungewöhnlich.

(Ich lasse Ihnen jetzt einen Moment Zeit, sich mich vor Ihrem bildlichen Auge als Marilyn Monroe vorzustellen ... )

Ok, ok: Ich lasse Ihnen noch einen Moment Zeit ...

Sollte Ihnen bei dem Gedanken nicht allzu schlecht geworden sein, dürfen Sie jetzt weiterlesen:

Das erste Mal war ich "die Monroe" vor knapp 18 Jahren. Als Überraschung für einen Mitarbeiter, der 30 wurde. Noch nicht einmal meine Mitarbeiter erkannten mich, als ich mit 15 cm hohen High Heels durch den Hinter-Eingang meiner Bar rauschte und dem Mitarbeiter, der auf der Bühne sass und vor Angst fast in die Hosen machte, natürlich unglaublich graziös entgegenstöckelte. Das zweite Mal dann beim Geburtstag einer Sängerin. Wieder in meiner Bar.

Und das dritte Mal sollte letzten Sonntag sein: Zu "Priscilla, Königin der Wüste" im Gärtnerplatztheater. Ich wollte unbedingt (und wäre seltsamerweise die einzige Drag Queen gewesen). Aber der fabulöse Christian Ribitzki, der mich mühevollst, in mehr als dreistündiger Arbeit, die letzten Male verzaubert hat, konnte diesmal leider nicht. Dem Gärtnerplatztheater ist also, ohne es zu wissen, sehr, sehr viel erspart geblieben. Als Ersatz aber sollten Sie sich das Musical ansehen. Es steht für Toleranz, Lebensfreude und dafür, dass wir alle, egal wie wir aussehen, was wir anhaben und wen wir lieben doch eines gemeinsam haben: Innen drin sehen wir alle gleich aus. Deshalb sollte es viel öfter heissen: "It's raining Drags" ...

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