23. 2017
Apr

Newsletter # 635

Koch mich, schlag mich

Folge 11 der "20 Jahre Vogler Geschichte": Köche. Köche sind ein ganz spezielles Thema. Und ja, es gab mal Voll-Küche im "Vogler". Die ersten Monate gab es allerdings: Vorspeisenteller. Bis ich mir dachte: Könnte ja auch mal was anderes sein.

Der erste Koch stellte sich noch 1997 vor. Er war irgendetwas mal im "Sansibar" und bei "Witzigmann". Grün hinter den Ohren wie ich war, liess ich mich beeindrucken. Er kochte drei Tage. Mehr schlecht als recht. Und fragte dann, ob er bei einem befreundeten Gastronom aushelfen könnte. Dessen Koch sei krank. Aber er würde mir einen Ersatz besorgen.

Der Ersatz riss sich als erstes in der Nachbar-Einfahrt den Auspuff ab. So tiefergelegt war sein "Sportwagen". Cowboy-Stiefel, Hemd nach Art von Nelson Mandela, ein völlig unverständlicher, südtiroler Dialekt - "so stand er vor mir". Er kochte einen Tag. Am zweiten rief er mich aus einer Arrest-Zelle an. Unfall gebaut, keine zugelassenen Reifen, Messer im Kofferraum - und die Polizei verstand ihn seltsamerweise nicht. Wir beendeten unsere "Zusammen-Arbeit".

Drei Tage später stand er wieder in meiner Bar. Irgendwann verstand ich. Er wollte wissen, ob ich "etwas damit zu tun hätte". Sie erinnern sich: Mein erster Koch war für einen erkrankten Koch eingesprungen. Das war er, der Südtiroler. Nein, bitte nicht fragen, was das für einen Sinn macht. Und mein erster Koch verpfiff den Südtiroler bei seinem Arbeitgeber, um dessen Job zu bekommen. Was den Cowboy dazu veranlasste, ihn krankenhausreif zu prügeln. Und wenn ich mit der Geschichte etwas zu tun hätte, würde er das gerne auch mit mir tun. Ich lernte: Rauhe Sitten in der Gastronomie ... :-)

Fortsetzung folgt :-)