20. 2017
Aug

Newsletter # 649

Knastro-Gastro

Folge 25 der "20 Jahre Vogler Geschichte":

Heute wieder aus der Reihe: "Wer war denn alles so vor dem Vogler in der Rumfordstrasse 17".

Sie wissen, es gibt kaum einen ehrbareren Beruf, als den des Gastronomen. Klar. Schon Lucius Lucullus soll 63 vor Christus gesagt haben: "Wer nichts wird, wird Wirt. Wer gar nichts wird, Betriebswirt. Und wer gar nichts ist: Jurist." (der Original-Beleg ist leider vom römischen Juristen Julius Paulus im 3. Jhdt. nach Christus aus Versehen aufgegessen worden).

Natürlich gibt es auch unter uns Gastronomen manchmal ein schwarzes Schäflein. Ein (weiteres) findet sich auch in der Geschichte des Hauses Rumfordstrasse 17: Ein "Auszug aus dem Strafregister" des Gastwirtes Philipp Reindl, der vom 1. Mai 1901 bis zum 30. September 1907 Wirt in der Rumfordstrasse 17 war:

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Das Militärbezirksgericht München verurteilte Reindl wegen „Vergehen des Diebstahls gegen Vorgesetzten“, „Vergehen der Unterschlagung“, „fortgesetztes Vergehen des Mißbrauchs der Dienstgewalt“. Dafür gab es „4 Monate 15 Tage Gefängnis“ und eine „Degradation“ (das erinnert mich an meine eigene Wehrdienstzeit. Aber das ist eine gaaaaaanz andere Geschichte ...)

Das „Amtsgericht München“ verurteilte Reindl dann auch noch wegen der „Unbefugte(n) Ausübung seiner Schankwirtschaft“ zu 50 Mark, ersatzweise 10 Tage Haft.

Reindl hat damals sicher eine Jazzbar eröffnet ...

Fortsetzung folgt.

P.S.: Vielen, vielen Dank an Dr. Heusler vom Stadtarchiv für die "Übersetzung" des Krickelkrackels!