26. 2017
Nov

Newsletter # 662

Hau wech

Noch eine Folge "aus dem Bar-Alltag": Wieder einmal habe ich eine E-Mail bekommen, die die ein oder andere Frage aufwirft. Das Thema diesmal: "Umweltschutz". Ja, ja, sogar in der Gastronomie ein Thema. Aber, wie im richtigen Leben: Nicht für alle. Und auch nicht: Für alle Lieferanten. Einer hat sich mit einer bahnbrechend zeitgemäßen Idee bei mir beworben:

"Sie, als Kenner der Gastro-Scene (sic!), wissen: Längst ist das Klischee, dass Einweggeschirr ausschließlich von Imbissstandbetreibern eingesetzt wird, Vergangenheit. Heute werden diese praktischen Helfer auch in der gehobenen Gastronomie (...) verwendet.

Der gedeckte Tisch, ob zum Frühstück, Brunch oder Dinner ist Ihr gastronomisches Aushängeschild! Für den ersten Eindruck gibt es einfach keine zweite Chance. (...) Wichtig im Einweg-Bereich ist einfach, eine gleichbleibende Qualität auf die Sie sich täglich verlassen können. (...) Besteck, Becher, Tassen, Gläser, Sekt- oder Weinkelche … Alles was Sie sich hier vorstellen können, finden Sie bei uns. (...) Dem Trend immer eine Nasenlänge voraus, so machen Sie richtig Gewinn!"

Mann, bin ich out. Schon wieder einen Trend verpasst. Aber endlich sagt mir mal einer, wie ich richtig Gewinn machen kann: Einfach alles in den Mülltonne schmeissen. Noch einfacher wäre natürlich: Der Gast bringt seinen Mülleimer gleich selber mit. Oder, ein Konzept, das in der Gastronomie noch gar nicht umgesetzt wurde (warum eigentlich?!): Die "Müll-Bar". Jeder Gast wirft alles Einweg-Geschirr auf den Boden und aufgeräumt werden darf erst am Ende des Monats. Eine tolle Idee. Wird nach Wochen zwar stinken wie Hölle, aber: "Dem Trend immer eine Nasenlänge voraus" kann ja durchaus mehrdeutig verstanden werden ...