31. 2017
May

Newsletter # 640

Bistro Voglär

"Folge 16 der 20 Jahre Vogler Geschichte": Kasse. Jede Bar braucht eine Kasse. Das hatte sogar ich vor der Eröffnung begriffen. Und das will etwas heißen. Was ich genau brauchte, wußte ich natürlich nicht, wie so ein Ding funktioniert, auch nicht, aber ...

Geliefert wurde mir "dat Ding" komplett konfiguriert ungefähr 5 Minuten vor Eröffnung. Wer rechnet schließlich schon damit, daß eine Gastro-Null eine Bar in der Größe des "Voglers" eröffnet. Sehen Sie. Auch nicht der arme Kassen-Lieferant ...

Konsequenz: Ich hatte mir alles mögliche seiner verzweifelten Erklärungs-Versuche gemerkt, aber etwas wesentliches nicht: In der Gastronomie hat jeder Tisch eine Nummer. Die Nummer wird in die Kasse eingegeben, damit alles, was die Gäste am Tisch konsumieren, auf diesen Tisch boniert wird - und am Ende als Rechnug rausgelassen wird. Klingt einfach. Wusste ich aber nicht ...

Es kam mir zwar seltsam vor, z.B. auf "Helles" zu drücken und ZWEI identische Zettel zu bekommen, auf denen "Helles" und der Preis stand, aber als unglaublich cleveres Kerlchen dachte ich mir: Ein Zettel ist wohl für die Ausgabe. Den anderen legen wir in kleine Gläschen auf die Tische. Und rechnen am Ende die Zettel zusammen. Wie in einem französischen Bistro. Bei 2 Gästen mag das ja noch gehen. Aber bei 10 Gästen an einem Tisch und gefühlt 100 Zetteln geht die Steuer-Erklärung schneller als das Auseinanderklamüsern, wer denn nun was bezahlt.

Eines Tages dachte ich: Die Kasse ist kaputt. Eine neue Mitarbeiterin (mit Gastro-Erfahrung, ja so etwas gab es!) brachte EINEN Bon, auf dem zehn Getränke standen - und oben: Eine Tisch-Nummer. - Ein Wunder. - Ich glaube, sie hat bis heute mein ungläubiges Gesicht nicht vergessen.

Fortsetzung folgt.