8. 2017
Oct

Newsletter # 655

Bii frii

Der 51-jährige Deutsche Jens Söring sitzt seit 31 Jahren (Jahren!), 5 Monaten und 10 Tagen in Virginia im Gefängnis. Zweimal lebenslänglich. Wegen eines Verbrechens, dass er meiner Meinung nach nicht begangen hat. Seit Jahren stolpere ich immer wieder über seine unglaubliche Geschichte. Ich bin mir sicher, Sie haben auch schon etwas von ihm gehört, gelesen oder gesehen  (z.B. den sehr, sehr sehenswerten Film "Das Versprechen").

Es gibt wohl wenig, was man von hier aus für Jens Söring tun kann (ausser Sie kennen zufällig den Governeur von Virginia, Terry McAuliffe - man weiß ja nie). Eines vielleicht aber dann doch: Ich habe Jens Söring diese Woche 30 Dollar auf sein Gefängnis-Konto überwiesen, als klitzekleine Unterstützung, wenigstens seinen Gefängnis-Alltag ein wenig zu erleichtern. Wenn Sie auch etwas überweisen wollen: Alle Informationen finden Sie hier (State: Virginia, Inmate ID: 1161655). Die Gebühren für die komplette, sichere Abwicklung betragen knapp 20%.

Die Geschichte Sörings erinnert mich entfernt (und schwuppsdiwupps sind wir bei Folge 29 der "20-Jahre-Vogler-Geschichte") an unser Einsetzen für Gustl Mollath 2013. Manche der Texte würde ich heute anders schreiben, aber im Kern glaube ich, gerade nach den Treffen mit Mollath, den "richtigen Mann" unterstützt zu haben. Mollath saß damals unter mehr als fragwürdigen Umständen 7 Jahre in der Psychiatrie. Nicht nur die damalige Justiz-Ministerin Beate Merk, CSU (der ich damals einen Orden verlieh, ja, ja, so bin ich), spielten eine sehr unrühmliche Rolle. - Mehr?! Hier.