17. 2017
Sep

Newsletter # 652

Big Brother

Folge 28 der "20 Jahre Vogler Geschichte":

Im Stadtarchiv findet sich auch ein Pachtvertrag aus dem Jahre 1952. Der Pachtvertrag bezog sich auf folgende Pachträume: "Gastzimmer mit Schenke, Nebenzimmer, Küche, Herren- u. Damenaborten, Bierkeller, Schlachthaus". - Schlachthaus?! 1952?! Wo sich das befand, ist leider nicht mehr recherchierbar.

Interessant wäre aber auch zu wissen, ob die Tiere durchs Lokal oder durch den Hausgang getrieben wurden. Oder gab es vielleicht sogar eigene Stallungen?! Im Hof?! Vor dem Lokal?! Im Gastraum?! - Fragen über Fragen ...

Hier ein Auszug des Pachtvertrages:

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Eine Reihe der vertraglichen Passagen wären so wohl heute nicht mehr durchsetzbar:

- "Die von der Brauerei vorgeschriebenen Ausschank- und Verkaufspreise sind einzuhalten".

- "Pächter verpflichten sich, die Wirtschaft (...) unter persönlicher Leitung ununterbrochen in Betrieb zu halten und ihre volle Arbeitskraft ausschliesslich für den Betrieb einzusetzen."

- "... der Führung einer guten, preiswerten Küche ist die grösste Aufmerksamkeit zuzuwenden." (na, wenigstens diesen Punkt hätte ich auch heute komplett erfüllt …)

- "Die Wirtschaft muss stets als Bierspezialausschank geführt werden. Die Abgabe von sonstigen Getränken jeder Art, insbesondere von Wein, Spirituosen, alkoholfreien Getränken, Kaffee und dgl. darf nur mit vorheriger, jederzeit widerruflicher Zustimmung der Verpächterin erfolgen.“

- „Die Plakate der Brauerei sind an und in den Pachträumen in genügender Anzahl anzubringen.“

- „Verpächterin bzw. deren Vertreter sind berechtigt, (…) (in die Unterlagen) der gesamten Geschäftsführung jederzeit Einsicht zu nehmen. Pächter sind verpflichtet, der Verpächterin auf Verlangen jederzeit Auskunft über Umsätze, aufgeteilt nach den Wünschen der Verpächterin, zu geben. Pächter sind verpflichtet, Geschäftsempfehlungen und sonstige Drucksachen, die sie für die Wirtschaft anfertigen lassen, vor Ausführung der Verpächterin vorzulegen und etwaige Wünsche derselben zu berücksichtigen."

Was ein Glück, dass sogar ich im Jahr 1952 noch nicht geschäftsfähig war, sondern erst 1997 meinen Vertrag unterschrieben habe ...

Fortsetzung folgt ...