23. 2017
Jul

Newsletter # 645

Liebe

Folge 21 der "20 Jahre Vogler Geschichte":

Ich bin mir meiner Schuld bewusst, Asche auf mein Haupt: Mit kaum einem anderen Thema habe ich Sie in den letzten zwanzig Jahren so genervt, wie mit: der GEMA, der Organisation, die treuhänderisch die Rechte der Komponisten schützt (was sehr gut ist und ich auch nie in Frage gestellt habe), das Leben kleiner, nicht-subventionierter Musik-Bühnen aber unnötig erschwert (was schlecht ist und wogegen ich 19 Jahre lang gekämpft habe).

Um ehrlich zu sein wußte ich, als ich die Bar eröffnete, gar nicht, daß es so etwas wie eine GEMA gibt. Geschweige denn, daß man als kleine Bar für Live-Musik Gebühren bezahlen muss. Um so größer war meine Freude, als ich 1998 eine erste Rechnung bekam. Rückwirkend. "Muss ein Irrtum sein". War keiner. Aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Der GEMA ging es mit mir aber nicht anders ...

Die ersten Jahre hatte ich das Vergnügen mit einem besonders verständnisvollen GEMA-Bezirksdirektor. Ein Jurist - und ein ganz, ganz großer Freund der Live-Musik. Er erinnerte mich immer an die grauen Zeit-Diebe aus Michael Endes "Momo" - nur in einer "Kultur-Dieb-Ausführung" ...

Herr Bezirksdirektor bezog zum Beispiel die Küchen- und Toiletten-Fläche in die Gebühren-Berechnung mit ein (könnte ja sein, dass einer nur wegen der Live-Musik zum .... geht), verlangte für die Jam-Session einen extra Aufschlag (weil mehr als ein Musiker auf der Bühne stünde), forderte einen 25%igen Aufschlag für die Bar-Pianisten (da sich nur Hotels Bar-Pianisten leisten würden - und Hotels hätten Geld) etc. etc. Wir haben uns von Beginn an seeeeehr gemocht - es musste 1998 fast zwangsläufig zum Prozess "Vogler gegen GEMA" kommen ...

So begann das "Kapitel GEMA". Die Geschichte einer grossen Liebe.

Hier zusammengefasst

Inzwischen hat sich die Beziehung normalisiert. Wir haben nach bald 20 Jahren gelernt, dass wir ohne einander einfach nicht mehr sein können - dazu passt, wie (fast) immer, der Video-Link ... :-)